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HIRO MATSUOKA



Reviews

Surreale Momente

Jory Hull und Hiro Matsuoka in Julian Sanders Fotogalerie


Gudrun von Schoenebeck


Zwei sehr unterschiedliche, aber gleichmaßen sehenswerte Ausstellungen zwigt Julian Sander derzeit in seiner Südstadtgalerie. Da ist zum einen die Deutschlandpremiere des 1971 in New Hampshire geborenen Fotografen Jory Hull.

Die Fotoserie "Flyover State" zeigt Landschaftbilder, die Hull zwischen 2006 und 2009 während zahlreicher Flüge zwischen dem Westen und dem Ostem der USA von seinem Fensterplatz mit einer Kompaktkamera aufgenommen hat.

Die nicht nachlassende Faszination des ungewöhnlichen Blickes aus großer Höhe ist hier wunderbar eingefangen. Aus den mäandernden Flussläufen, sich spiegelnden Wolkenformationen oder gekräuselten Wasserpberflächen spielt das Licht immer eine entscheidende Rolle und macht die Landschaft, die wir normalerweise nur aus der Nahsicht kennen, zum stimmungsvollen Gegenüber.

Für eine weitere Ausstellung hat Galerist Sander den 1968 in Japan geborenen Hiro Matsuoka, der heute in Köln lebt, eingeladen. Die 18 Schwarz-weiß-Aufnahmen, die Überwiegend aus der Werkreihe "The Undescribed Dance" stammen, betonen die geheimnisvolle, surrealistische Seite underes alltäglichen urbanen Umfeldes.

Matsuoka, der Literaturwissenschaften studierte und später als Theaterfotograf arbeitete, versteht sich auf die Geschichten, die das Leben selbst insziniert. Jedes einzelne Foto in der Galerie Sander wirkt, wenn man so will, als Szene und alle zusammen ergeben eine Dramaturgie, die jeder Betrachter selbst entwickeln darf.


— General Anzeiger Bonn, 05/06.03.2016



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